Bandscheibenoperationen

 

Unter dem Bandscheibenvorfall ist eine Erkrankung der WirbelsĂ€ule zu verstehen, bei der Teile der Bandscheibe in den RĂŒckenmarkskanal oder Spinalnervenkanal vortreten.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Die Bandscheiben liegen als Puffer zwischen den knöchernen Wirbeln der WirbelsĂ€ule. Sie bestehen aus einem Ring aus Bindegewebe und einem Gallertkern. Als derb-elastische Kissen federn sie StĂ¶ĂŸe ab. Sie dienen aber auch der Beweglichkeit der WirbelsĂ€ule. Bei einem Bandscheibenvorfall reißt entweder der Bindegewebsring und der Gallertkern drĂŒckt direkt auf das RĂŒckenmark oder der Bindegewebsring verliert seine Festigkeit und der Gallerkern schiebt ihn nach oben in Richtung RĂŒckenmark. Schlimmer ist meist der erste Bandscheibenvorfallstyp. Denn er kann sich plötzlich ereignen und fĂŒr eine Schwellung, Ă€hnlich einer Beule, sorgen, die den Druck auf das RĂŒckenmark noch verstĂ€rkt, wĂ€hrend beim zweiten Typ der Druck allmĂ€hlich erhöht wird und das RĂŒckenmark sich daran in Grenzen „gewöhnen“ kann.

 

Klinisches Bild - Symptome

Der Druck auf das RĂŒckenmark verursacht die Symptome des Bandscheibenvorfalls. Wird das RĂŒckenmark verletzt, sind je nach Ort und Schwere der Verletzung, wichtige Körperfunktionen gestört. Im schlimmsten Falle kommt es zur vollstĂ€ndigen LĂ€hmung. Man teilt BandscheibenvorfĂ€lle in fĂŒnf Grade ein.

Die fĂŒnf Grade

Bei einem Bandscheibenvorfall ersten Grades reagiert der Hund ĂŒberempfindlich auf BerĂŒhrungen der WirbelsĂ€ule. Der RĂŒcken kann auch schmerzhaft aufgekrĂŒmmt sein. Die RĂŒckenmuskulatur ist verspannt und hart. Der Hund bewegt sich unwillig, aber noch durchaus normal.
Beim zweiten Grad fĂ€llt dem Betrachter ein unsicherer Stand auf. Die Bewegungen des Hundes wirken steif, ĂŒbertrieben und „eckig“. TierĂ€rzte sprechen von ataktischen Bewegungen. Der Hund kann aber noch gehen.
Zu einer deutlichen MuskelschwĂ€che kommt es beim dritten Grad. Bringt der Tierarzt dann ein Körperteil in eine ungewöhnliche Position, braucht der Hund deutlich lĂ€nger, um dieses wieder normal in Stellung zu bringen. Der Hund kann sich außerdem nur mit seitlicher AbstĂŒtzung aufrecht halten.
GelĂ€hmt ist das Tier ab dem vierten Grad. Diese LĂ€hmung betrifft die Muskulatur, die hinter dem Ort des Bandscheibenvorfalls liegt. In der Regel sind die Hinterbeine gelĂ€hmt. Bei diesem Grad können auch die Funktion der Schließmuskeln von Blase und Darm gestört sein und das Tier kann Kot- und Harnabsatz nicht mehr kontrollieren.
Beim fĂŒnften und schwersten Grad versagt schließlich die Wahrnehmung von Schmerzen. Der Patient nimmt die „Fischrobbenstellung“ ein und kann sich nicht mehr bewegen.

Prognose

Entscheidend fĂŒr die Heilungsaussichten des Hundes ist der Schweregrad der Symptome. Bei einem Bandscheibenvorfall fĂŒnften Grades stehen die Chancen fĂŒr den Hund schlecht. Selbst bei einer sofortigen Operation bleiben viele gelĂ€hmt und mĂŒssen von ihren Haltern lebenslang gepflegt werden, wenn diese sich nicht fĂŒr eine EinschlĂ€ferung entscheiden. Einen Bandscheibenvorfall ersten und zweiten Grades kann der Tierarzt noch ohne Operation in den Griff bekommen. Dazu verordnet er dem Hund strenge KĂ€figruhe bis zu zwei Wochen. Die KĂ€figruhe ist die entscheidende Maßnahme bei der Behandlung. Wird sie nicht eingehalten, kann es zur Verschlimmerung des Vorfalls kommen. Nach der KĂ€figruhe darf der Hund auf keinen Fall springen oder Treppen steigen. Das bedeutet kurze SpaziergĂ€nge an der Leine und physiotherapeutische Übungen. Hunde mit einem Bandscheibenvorfall dritten und vierten Grades mĂŒssen operiert werden.

Wer ist gefÀhrdet?

Die Krankheitsbezeichnung „DackellĂ€hme“ hat durchaus ihre Berechtigung. Wenn auch andere Hunderassen einen Bandscheibenvorfall erleiden können, tragen eben Dackel ein hohes Risiko fĂŒr dieses RĂŒckenproblem. Sie gehören, wie z.B. Pekinesen oder Französische Bulldoggen zu chondrodystrophen Rassen. So nennt man Rassen, deren Körperbau die Folge einer gewollten Entwicklungsstörung des Skeletts ist. Diese Hunde mit den kurzen Beinen und dem langen RĂŒcken können bereits von einem Jahr Probleme mit den Bandscheiben haben, wĂ€hrend Hunde anderer Rassen in der Regel erst ab einem Alter von fĂŒnf Jahren gefĂ€hrdet sind.

Text von "Partner Hund" http://partner-hund.de/info-rat/gesundheit-vorsorge/typische-hundekrankheiten/gelenkerkrankungen/bandscheibenvorfall